Stephen Hawking (1942 – 2018)

Eine grob übersetzte englische Phrase lautet „das Leben ist scheiße, und dann stirbst du“.

Das geht auch anders.

Du bist 21, und dein Arzt sagt dir, dass du nur noch etwa fünf Jahre zu leben hast. Du stellst nicht deinen immer weiter fortschreitenden körperlichen Verfall in den Mittelpunkt deines Lebens, sondern du konzentrierst dich auf das, was du noch kannst, und du kannst viel. Du beendest trotzdem dein Studium und wirst einer der brillantesten Wissenschaftler aller Zeiten. Dein Name steht in einer Linie mit Isaac Newton, Charles Babbage und Paul Dirac. Deine anerkannten Theorien stellen unser bisheriges Weltbild auf den Kopf und werden Wissenschaftler noch in vielen Jahren beschäftigen.

Dein Universum braucht keinen Gott um schön und sinnvoll zu sein. Du hast dieses eine Leben, und du beabsichtigst es, so gut wie möglich zu nutzen. Du bleibst nicht im Elfenbeinturm deines Fachs, sondern machst es dir zur Aufgabe, auch Nicht-Wissenschaftlern die Schönheit und Komplexität des bekannten und unbekannten Universums zu erklären. Deine humorvolle Art macht dich populär, und du genießt es, in Star Trek, The Simpsons, The Big Bang Theory und vielen anderen Serien aufzutreten – und immer eine Lanze für die Wissenschaft und eine rationale Weltsicht zu brechen. Es reicht dir nicht, dich nur um dein Kernthema zu kümmern – mit analytischem Verstand siehst du die Probleme, die die Menschheit sich selbst erschafft, warnst sie davor, zeigst Alternativen auf. Du nutzt deine Popularität, um dich mit mächtigen Menschen zu treffen, um etwas zu verändern. Mit geringem Erfolg, aber das entmutigt dich nicht.

Du heiratest zweimal und zeugst drei Kinder. Du wirst 50 Jahre älter, als man dir mit 21 prophezeit hat, und dann stirbst du.

Respekt, Professor Hawking. Und vielen Dank dafür, die Welt durch Erforschung der Dunkelheit zu einem helleren Ort gemacht zu haben.

Dortmund, 180314_1018

B.

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