Großartigkeit des Tages: Von der Freude, wenn bei Linux auch die Hardware mal gut funktioniert

In der Welt der Linux-User bewege ich mich zwischen den Extremen. Ich bin kein Power-User, der sich regelmäßig seine Kernel selbst kompiliert, jede Bibliothek auf seinem System beim Namen kennt (und auch genau weiß, was er braucht und was nicht) und irrwitzigste Konfigurationen in obskuren Config-Dateien erfolgreich per cat/awk/sed udgl. erledigt.

Auf der anderen Seite bin ich Software-Entwickler, weiß recht viel vom Hintergrund meines Systems und bin bis zu einem bestimmten Punkt bereit, mich in Interna einzulesen und dann auch mit verschiedenen Konfigurationen zu experimentieren, auch mal experimentelle Versionen zu kompilieren oder im Zweifelsfall sogar selbst abzuändern (been there, done that).

Aber gerade was Hardware angeht, ist meine Expertise schnell am Ende, und meine Bereitschaft, mich in die Tiefen der X-Server-Konfiguration oder ACPI-Dinge einzuarbeiten ist nur rudimentär. Hier beneide ich Windows- und vor allem Apple-User: ich möchte, das mein Rechner ab einem bestimmten Punkt an „einfach nur funktioniert“ und „das macht, was er soll“.

Und in diesem Punkt ist man oft als Linux-User ist viel Schmerz gewöhnt. So wie ich im gesamten letzten Jahr mit meinem Dell-Notebook und der (von Dell selbst gelieferten!) Ubuntu 14.04 LTS-Installation. Viele Dinge, die für andere selbstverständlich waren, funktionierten nicht und führten zum Absturz. Zum Beispiel meine offensichtlich völlig absurde Idee, zusätzlich zum Laptop-Monitor noch zwei weitere Monitore (einen per HDMI, einen per VGA) anzuschließen. Ging grundsätzlich, führte aber einfach zu gelegentlichen Totalabstürzen (=> brutaler Neustart per Power-Switch nötig).

Ebenso war die Verwendung von so nützlichen ACPI-Power-Features wie „Suspend“ oder „Wake-On-Lid“ immer ein Würfelspiel, das oftmals ebenso einen Kaltstart erforderte.

So hab ich mir angewöhnt, diese Dinge eben nicht zu tun. Notebook mal eben an einen anderen Arbeitsplatz mitnehmen? Besser alle Programme schließen und runterfahren. Wie in der Steinzeit!

Vor ein paar Wochen hatte ich die Schnauze voll und hab die Kiste komplett neu installiert, (Linux Mint, Mate-Desktop, aktuellster Kernel) – und jetzt gehen all die schönen Dinge.

Ich bin gerade richtig begeistert und möchte mich auf diesem Weg bei der Linux-Community bedanken, dass sie hier einfach am Ball bleibt und für Aktualisierungen sorgt.

Dortmund, 171107_1231

B.

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