Bombasstards klatschianisches* Tinte-auf-den-Füller-Chili

Ein Rezept. Zum Kochen. Was soll das?

Ein befreundetes Pärchen hat unlängst geheiratet, und die Trauzeugen hatten sich ausgedacht, dem Brautpaar ein Kochbuch mit Rezepten ihrer Freunde und Verwandten zu schenken, so wurde auch ich um einen Beitrag gebeten.

Nun koche ich zwar ganz gerne, aber dafür um so dilettantischer, nur nach Gefühl und meist eher einfachere Sachen. Wenn es mal komplizierter werden soll, muss meist der gute alte Jamie Oliver herhalten – und einfach eins seiner Rezepte zu kopieren fand ich doof.

Dann fiel mir etwas ein, was ich wirklich gerne koche, was mehr als drei Zutaten hat, garantiert kein einziges Fertigprodukt enthält und wofür ich schon mehrfach von Menschen, die es probiert haben (und danach noch reden konnten) gelobt wurde: meine eigenwillige Variation des Klassikers „Chili con Carne“.

Als ich dann versuchte, das Rezept aus dem Gedächtnis heraus niederzuschreiben, passierte genau das, was immer passiert, wenn ich zu schreiben anfange: es wurde lang und länger, ich verlor mich ein wenig in (gewollter) Beschreibungskomik, baute Witzchen und Anspielungen ein (was durchaus im Sinn der Sache war), schweifte ab … am Ende war das Rezept vier Seiten lang – viel zu viel Platz, als im Kochbuch vorgesehen war. Also kürzte ich das Rezept auf zwei Seiten runter, wobei viel von meinen Abschweifungen verloren gingen.

Aber, da ich beim Schreiben so viel Spaß hatte, veröffentliche ich das Rezept eben jetzt in voller Länge hier auf meinem Blog.

Weil ich es kann!

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… und noch mal das Ukulele Orchestra of Great Britain: Pinball Wizard (ohne Ukulele!)

Ich denke, ich werde die Ukes für meine Kategorie „Coverversion des Tages“ disqualifizieren müssen, denn sonst müsste ich noch zehn oder zwanzig weitere Songs von denen posten – das Ensemble ist in seiner Originalität und mit dem eigenen Humor einfach zu gut. Ich bin letzte Nacht bestimmt 2 Stunden nur bei ihren YouTube-Videos hängen geblieben.

Hier haben wir „Pinball Wizard“ von  The Who.

Zunächst im Original: schon ziemlich geil. The Who, wo sie hingehörten – auf eine große Festivalbühne. Keith Moon war schon ne Wucht!

Und hier vom Ukulele Orchestra: OHNE UKULELE – rein vokal, im Stile eines ziemlich düsteren Seemanns-Stampfers,

Großartig!

Dortmund, 150725_1800

B.

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Coverversion des Tages: „Wuthering Heigths“ von … na, von wem?

Ganz ehrlich: „Wuthering Heights“ ist einer der schönsten und seltsamsten Songs, der je geschrieben wurde. Von einem 18-jährigen Nerd-Mädchen, das sich gegen ihren Labelboss durchsetzte, indem es darauf bestand, dass der Song als erste Single ausgekoppelt wurde. Nach einigem Disput ließ er ihr das durch, um sie gehörig auf die Fresse fallen zu lassen.

Das Ding wurde Nr. 1 in den britischen Charts – der erste Nr. 1-Hit, der von einer Frau komponiert und selbst dargeboten wurde.

Dieser Eintrag geht anders vor als andere „Coverversion des Tages“-Artikel. Zuerst sehen wir uns das Original an, dann stelle ich euch ein paar mehr oder weniger bemerkenswerte Coverversionen vor, um zum Schluss zur in meinen Augen besten Interpretation zu kommen – eben: die Coverversion des Tages.

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Großartigkeit des Tages: Kurzfilm „One Minute Time Machine“

Ihr kennt das: ihr seid bei einem Date, versucht euer Gegenüber zu beeindrucken, und natürlich sagt ihr dann etwas ganz dummes, was euch in Nullkommanichts von der Siegerstraße ins Tal der Tränen führt. Wäre es dann nicht toll, eine kleine Zeitmaschine in der Tasche zu haben, um einfach die letzte Minute zurückzuspulen?

Dortmund, 150709_1820

B.

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„I shall wear the creditors’ loathing with pride“ – wenn schon zurücktreten, dann wie @yanisvaroufakis

Ich begrüße jeden Schritt, der den gierigen kapitalistischen Oligarchen und ihren technokratischen Schergen in der EU Knüppel zwischen die Beine wirft. Und ich freue mich über jeden Menschen, der sich in der Öffentlichkeit mutig gegen die Propagandamaschine der Austeritäts-Esoteriker stellt.

Insofern begrüße ich das durchaus deutliche „Όχι“ des griechischen Volkes zur Austeritäts-Knechtschaft und wünsche ihnen viel Glück und Durchhaltevermögen beim steinigen Weg, der jetzt vermutlich folgen wird.

Die, die noch ein wenig an ein solidarisches und gerechtes Europa glauben (ich gehöre nicht mehr dazu), sollten den Griechen dafür danken und hoffen, dass Spanier, Portugiesen, Italiener und andere daraus eine Lektion lernen: man KANN „NEIN“ SAGEN! Und man muss sich nicht alles bieten lassen.

Leider wirft sich der bislang für mich bemerkenswerteste Akteur auf der Bühne dieser Farce, Griechenlands nunmehr Ex-Finanzminister Yanis Varoufakis, selbst als Bauernopfer auf den Altar.

In einem bemerkenswerten öffentlichen Rücktrittsschreiben – in seinem eigenen Blog, ich finde es toll, wenn ein moderner Politiker einen eigenen Blog führt – erklärt er die Hintergründe:

Soon after the announcement of the referendum results, I was made aware of a certain preference by some Eurogroup participants, and assorted ‘partners’, for my… ‘absence’ from its meetings; an idea that the Prime Minister judged to be potentially helpful to him in reaching an agreement. For this reason I am leaving the Ministry of Finance today.

Also, auf gut deutsch:

Ich hab den anderen Kindern im Sandkasten klar gemacht, dass sie mir mein Schäufelchen nicht wegnehmen können, und jetzt wollen sie nicht mehr mit mir spielen.

Ja, Varoufakis ist kein Diplomat. Er hat immer deutliche Worte gebraucht, hat zuletzt – in meinen Augen vollkommen berechtigt – die unbarmherzigen Forderungen der EU-Technokraten als Terrorismus bezeichnet. Nun, jetzt wollen die nicht mehr mit ihm reden, kann ich verstehen – ist schon scheiße, wenn man da einen Typen hat, den man nicht einschüchtern kann, und der sich meiner schleimig-pseudodiplomatischen Etikette verweigert.

Komisch, dass Typen wie Viktor Orban aus Ungarn offensichtlich in der EU kein Problem darstellen … aber der ist ja auch nur ein Autokrat einer faschistoiden Regierung, der hat kein Schuldenproblem, ist also ein Guter … aber ich schweife ab!

Ich kann Varoufakis‘ Schritt verstehen – er möchte, nachdem er mit seiner Partei und seinem Volk einen Etappensieg eingefahren hat, den Weg für weitere „friedliche“ Verhandlungen nicht im Weg stehen. Wobei ich überzeugt bin, dass er im Hintergrund noch einige Strippen ziehen wird:

I consider it my duty to help Alexis Tsipras exploit, as he sees fit, the capital that the Greek people granted us through yesterday’s referendum. (…) We of the Left know how to act collectively with no care for the privileges of office. I shall support fully Prime Minister Tsipras, the new Minister of Finance, and our government.

Persönlich finde ich es schade. Ich denke, wir brauchen mehr Leute wie ihn, die sich nicht scheuen, den Oligarchen und ihren Speichelleckern so richtig den Stinkefinger ins Gesicht rammen.

Und, die selbst in ihrem Rücktrittsschreiben keine demütige Geste machen, wie man es erwartet, sondern dem Feind nochmal eine reinwürgen:

And I shall wear the creditors’ loathing with pride.

Hell, I like that!

Yanis Varoufakis – I salute you …

Dortmund, 150706_1908

B.

 

P.S.: zur Denkweise von Yanis Varoufakis, und um klarzustellen, dass er kein „Clown“ ist, wie ihn die EU-Schergen immer darstellen wollen, empfehle ich, seine Sicht aus eigenen Worten zu lesen …

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„Rechte, Israelfreunde, Palästinafreunde“ – über den Israeldiskurs in Deutschland

Bei Telepolis gibt es einen spannenden Artikel über eine sozialwissenschaftliche Studie, die untersucht, wie in Deutschland über Israel und Palästina diskutiert wird, und wie viel davon mit Antisemitismus zu tun hat.

Vorab: ich habe mir die Studie selbst nicht angesehen, der Artikel bei TP jedenfalls ist deutlich parteiisch, schlägt sich auf eine Position. Das ist zufälligerweise genau meine, deswegen teile ich sie hier auch gerne. Denn: Bei aller Parteilichkeit decken sich die Beobachtungen und Schlüsse der Studie mit meinen eigenen Erfahrungen.

Interessant wäre jetzt, wenn die Studie selbst mal durchleuchtet wird. Als Ingenieur bzw. Softwareentwickler haftet sozialen Studien bei mir immer ein strenger Geruch an – ich glaube kaum, dass es möglich ist, soziale Studien „unbiased“ zu machen, egal, was Sozialwissenschaftler mir erzählen. Das wird sicherlich auch für diese Studie gelten; der hart urteilende Artikel spricht für diese Lesart.

Trotzdem ergibt sich ein interessantes Bild, und das möchte ich mit euch teilen: Continue reading

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Großartigkeit des Tages: OpenSource Cyborg-Hand als Prothese

Lange nichts mehr von mir gehört, nicht wahr?

Ist auch nicht weiter schlimm – wenn ich in der letzten Zeit etwas geschrieben hätte, wäre es vermutlich so ätzend, zynisch und für bestimmte Personen so beleidigend geworden, dass es justiziabel gewesen wäre.

 

Lieber mal was Positives:

Hier gibt es eine interessante Neuentwicklung auf dem Prothesen-Markt: eine japanische Firma stellt eine sehr günstige Unterarmprothese her. Die Teile sind weitgehend aus dem 3D-Drucker und können ausgetauscht werden, als Steuerungseinheit dient ein Smartphone (kann vermutlich entsprechend auch leicht erweitert und ausgetauscht werden).

Aber das Beste: es ist OpenSource. Sowohl Hard- als auch Software!

Ob diese Prothese jetzt wirklich toll ist, kann ich nicht beurteilen, ob sich das Konzept verbreitet auch nicht.

Aber das, genau das ist es, was ich von einer modern denkenden, zukunftsgerichteten, gutartigen Technologiegesellschaft erwarte: Lösungen entwickeln, die Menschen helfen, das Ergebnis miteinander teilen, mit Technologien, die es mir erlauben, es selbst zu erweitern, nachhaltig, da man defekte Teile selbst austauschen und idealerweise sogar selbst herstellen kann.

Und, nebenbei, die Hofffnung, dass wir bald mit dem Transhumanismus ein paar Schritte weiter kommen …

Dortmund, 150627_1004

B.

 

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Unsere Gesellschaft hat Post-Demokratie im Endstadium. Zeit, sie endlich sterben zu lassen

Bei der Germanwings-Tragödie ist der aktuelle Kenntnisstand, dass der Co-Pilot die nach menschlichen Maßstäben absolut unverständliche Entscheidung getroffen hat, Selbsmord zu begehen und alle Fluggäste in seinem Wahnsinn mitzureißen. So sehr ich drüber nachdenke, am Ende bleiben mir drei wichtige (nicht wirklich neue) Erkenntnisse:

  1. der Mensch ist und bleibt ein komplexes Wesen, das sich vermutlich nie zu 100% logisch erschließen lässt
  2. das, was speziell als aktionistische panikartige Sicherheitsmaßnahme nach dem 9.11. eingeführt wurde, hat diese schreckliche Tat überhaupt erst möglich gemacht, und
  3. Ich mache es hier mal sehr deutlich. Punktiert. In Großbuchstaben. Fett. Vielleicht erinnert ihr euch dann mal dran, ihr überwachungsgeilen Sicherheits-Esoteriker von Union und SPD: ES. GIBT. KEINE. ABSOLUTE. SICHERHEIT.

 

Das hindert natürlich einen echten Überwachungsfanatiker gar nicht daran, gleich wieder neue Überwachungs-Forderungen zu stellen. Die halbe deutsche Netz-Szene hat gewitzelt, wie lange es dauern würde, bis der erste Politiker wegen Germanwings die Vorratsdatenspeicherung fordern würde. Es kam zunächst ähnlich („wir sollten das Schweigegebot von Ärzten lockern“).

Aber dann geschah etwas, was die Sinnlosigkeit in jedem möglichen Ausmaß toppte:

Unser Innenminister (und somit „Berufs-Überwachungsesoteriker“) Lothar deMaiziere fordert doch ernsthaft, dass man wegen der Germanwings-Tragödie die Ausweispflicht im Schengenraum bei innereuropäischen Flügen wieder einführen sollte.

An dieser Stelle geht es mir gerade mal nicht um den überwachungspolitischen Aspekt (den ich nicht so hoch einschätze, wie andere schreckliche Dinge, die gerade so passieren), sondern um die krasse Unlogik und die Unverhältnismäßigkeit der Forderung. Denn wenn ihr euch jetzt fragt „und was hätte das an der Situation geändert“, dann befindet ihr euch in bester Gesellschaft …

 

Ein anderer Fall: der wohl zur Zeit widerlichste Politiker Deutschlands (hat schon längst Leute wie Roland Koch zu schlimmsten Zeiten hinter sich gelassen), Sigmar Gabriel, macht gerade nicht nur die Propaganda-Tour zu TTIP, sondern auch für die Vorratsdatenspeicherung.

Seine neueste Dreistigkeit ist bei netzpolitik.org in all ihrer Fassungslosigkeit ausgebreitet:

Sigmar Gabriel bekräftigte gestern erneut seine Entschlossenheit, ein „verfassungskonformes Gesetz“ für eine Vorratsdatenspeicherung in Deutschland vorlegen zu wollen. Als Begründung führt er nun die Morde des National-sozialistische Untergrund (NSU) an. (…)

Besonders sprachlos macht einen aber die nun angeführte Begründung:

„Hätten wir das [Instrument der Vorratsdatenspeicherung] bereits zum Zeitpunkt der ersten NSU-Morde gehabt, hätten wir weitere vermutlich verhindern können.“

(…) in Bezug auf den Umstand, dass der NSU vom Verfassungsschutz nicht nur mehrfach von V-Menschen beobachtet und infiltriert, sondern auch gefördert wurde und allem Anschein nach auch heute noch gedeckt wird, verbleibt einem nur noch die Sprachlosigkeit.

Anstatt aus der Rolle und der Tätigkeit der involvierten Behörden Konsequenzen zu ziehen oder diese zumindest zu hinterfragen, fordert Gabriel nun die Wiedereinführung eines Gesetzes, welches genau diesen Diensten ein sehr mächtiges Überwachungsinstrument an die Hand gab.

Mir bleibt echt die Spucke weg. Ich meine, man muss sich vorstellen, dass Gabriel einer der wichtigsten und leider auch mächtigsten deutschen Politiker ist. Der schämt sich wirklich nicht, mit dieser Wahrheitsverdrehung in Orwell’schen Dimensionen an die Öffentlichkeit zu gehen.

 

Und warum trauen sich deMaiziere und Gabriel diese Dreistigkeiten?

Weil es keine Rolle spielt.

Weil sie keine Konsequenzen zu fürchten haben.

Weil sie eh wiedergewählt werden, selbst, wenn die Wahlbeteiligung unter 30% sinkt, wird sich vermutlich beim Anteil ihrer Parteien kaum etwas ändern.

Weil die Wirtschaftler und ihre treuen Schergen, die Politiker, jahrelang die Regeln der Gesellschaft so umgebogen haben, dass sie jeden Wunsch erfüllt bekommen.

TTIP ist das finale Regel-Update, was den Großkonzernen das Zepter für die Herrschaft in die Hand drückt. Übergeben von Hofschranzen wie Merkel und Gabriel, in huldvoller, untertäniger Geste.

Äußerungen wie die oben Genannten sind wie gezielte Demütigungen an die Adresse des gemeinen Pöbels, des Bürgers. Hier, seht, wir Bonzen und Mandarine machen, was wir wollen, und ihr könnt uns gar nichts.

 

Unsere Gesellschaft ist krank. Sie leidet an Post-Demokratie. Im Endstaduim. Metastasiert. Hospizwürdig.

Zeit, sie sterben zu lassen. Wenn ich mir die Situation so ansehe, wo Drecks-Politiker wie die obrigen unverfroren, schamlos und vor allem OHNE MESSBARE KONSEQUENZEN solche Fehlleistungen von sich geben, kann ich nur noch zu folgenden, traurigen Schlüssen kommen:

Wir verdienen Nazis. Wir verdienen IS. Wir verdienen die repressive Weltmacht China oder einen zynischen Diktator Putin, die uns für das jämmerliche Nicht-Leben unserer ach-so-hehren Werte auslachen. Wir verdienen Krawallos, die Dinge anzünden. Wir verdienen brutale, grauenerregende menschliche Totalausfälle, die uns kräftig in den Arsch treten.

Denn: diese Gesellschaft, so wie sie unsere Führung vorlebt, und vor allem: SO WIE WIR, DIE WÄHLER SIE ZULASSEN, hat NICHTS Besseres verdient.

 

Dortmund, 150405_1540

B.

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Großartigkeit des Tages: Jan Böhmermann und #Varoufake

Ich weiß, ich weiß, jeder hat es schon, jeder jubelt.

Aber wenn dieser unfassbar gute Medienhack nicht einen Ehrenplatz auf diesem Blog finden sollte, könnte ich auch gleich aufhören.

Egal, ob das jetzt selbst ein Fake ist oder nicht – ich schließe mich der Meinung von netzpolitik.org an: das war das Subversivste, was ich seit langem vom deutschen Fernsehen gesehen habe. Respekt, Herr Böhmermann.

Und nebenbei ist das kleine, gebührenfinanzierte Losermagazin damit schlagartig bundesweit bekannt geworden.

Auch hier gilt, Fake oder nicht, die wichtige Message hervorzuheben, und das bedeutet, Böhmermann hin und Satire her, warum der tolle Qualitätsjournalist Günter Jauch, der wohl deutscheste aller Deutschen vor Scham im Marianengraben versinken sollte:

Liebe Redaktion von Günther Jauch. Yanis Varoufakis hat Unrecht. Ihr habt das Video nicht gefälscht. Ihr habt einfach das Video nur aus dem Zusammenhang gerissen und nen griechischen Politiker am Stinkefinger durchs Studio gezogen. Damit sich Muddi und Vaddi abends nach dem „Tatort“ nochmal schön aufregen können. „Der Ausländer! Raus aus Europa mit dem! Er ist arm und nimmt uns Deutschen das Geld weg. Das gibt’s ja wohl gar nicht. Wir sind hier die Chefs! So!“ Das habt ihr gemacht.

Und der Rest ist von uns.

Ach so, und nebenbei: hier wird hervorragend technisch demonstriert, zu welchen Manipulationen heute selbst ein mit mäßigen Resourcen ausgestattetes Studio in der Lage ist. Wir sollten das in Zukunft bei so Sachen wie „Videobeweisen“ berücksichtigen.

Dortmund, 150319_0011

B.

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Sir Terry Pratchett (1948 – 2015) – ein Nachruf (mit Fußnoten [1])

In Terry Pratchetts Scheibenwelt-Universum haben Hexen, Zauberer und Könige das Privileg, von TOD persönlich abgeholt zu werden.

Welches Privileg muss wohl dann der Schöpfer selbst haben? Wie muss man sich das vorstellen?

Vielleicht so, wie es sich auf Terrys eigenen Twitter-Account [2] darstellt:

AT LAST, SIR TERRY, WE MUST WALK TOGETHER. (tweet)

Terry took Death’s arm and followed him through the doors and on to the black desert under the endless night. (tweet)

The End. (tweet)

 

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