R. Lee Earmey (1944 – 2018)

„Who are you, Private!“
„Ah … ahm … I’m Satan, the dark lord, the master of evill, the infernal ruler of hell hell … „
„BULLSHIT. I’ve seen hell, and you seem nothing than a slimy maggot to me.“
„Ahm … no?“
„SIR, NO, SIR!“
„Sir, NO, SIR!“
„You ain’t no ruler of hell. When I’m ready with you, you will be a minister of evil, praying for mischieve. You are not even demon. You are nothing but unorganized grabastic pieces of amphibian shit! Because I am hard, you will not like me. But the more you hate me, the more you will learn. I am hard but I am fair. There is no demonic bigotry here. I do not look down on fallen angels, hell lords, demons or damed souls. To me, you are all equally worthless. And my orders are to weed out all non-hackers who do not pack the gear to serve in my beloved hell. Do you maggot understand that? “
„Sir, Yes, Sir!“
„You seem familiar! Do you come from Texas?“
„Sir, no, Sir!“
„Damn, I bet You are from Texas. You must be one of that dick sucking Bush guys. Only steers and queers come from Texas, and you don’t look much like a steer … well, look at you, You’ve GOT horns on your head! You MUST be a steer! Are you a steer?“
„Sir, no, Sir!“
„Behold, If you are no steer, then you do have two dicks on your head. I will call you Dickhead from now on! Private Dickhead, get on your face and give me 50, you lazy maggot!“
„Sir, yes, Sir!“
Bye, R. Lee Earmey, und danke für eine der bemerkenswertesten Rollen der Filmgeschichte!
Dortmund, 180416_0850
B.
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Der Kettenleser – „Iwans Weg“ von David Grade

Vor ein paar Jahren habe ich hier regelmäßig eine Rubrik namens „Kettenleser“ gepflegt, in der ich einige der Bücher, die ich gelesen habe, rezensiert habe. Wie so vieles andere auch ist diese eigentlich gar nicht schlechte Idee eingeschlafen. Aber „Iwans Weg“ von David Grade ist ein guter Grund, sie wiederzubeleben.

Warnung:

Diese Rezension enthält milde Spoiler.

Kurzfassung:

„Iwans Weg“ ist ein spannender Roman, der in der bekannten „Shadowrun“-Rollenspielwelt spielt. Er handelt von mehreren Unterschiedlichen (Meta-) Menschen, die über ihren gemeinsamen Wohnort – die Stadt Dortmund, genauer gesagt die Nordstadt, gelegen im Moloch des Rhein-Ruhr-Megaplexes und die Ankunft einiger fremdartiger Wesen schicksalshaft miteinander verknüpft werden.

Der Plot selbst ist eher im „Low-Power-Level“ angesiedelt, also eher „Verlierer und Kleingangster erledigen kleine, schmutzige Runs in der Vorstadt“ und nicht „Helden stoßen welterschütternde Ereignisse an“. Der Autor schafft viele emotionale Schnittstellen zu seinen Charakteren – wer sich darauf einlässt, für den wird der Roman sehr spannend, aber auch schmerzhaft sein. „Game Of Thrones“-Fans wissen, wovon ich rede. Die Welt ist grausam und hart, der Tod kommt schnell und unerwartet, Sentimentalitäten kann man sich in den Schatten nicht leisten.

Der Autor legt mehr Wert auf tiefgehende, menschlich und realistisch wirkende Charakter- und Millieuzeichnungen als auf bombastische Action-Sequenzen. Er zeichnet in bester Science-Fiction-Art Licht und Schatten (mit, genretypisch, mehr Gewicht auf Schatten) mögliche gesellschaftliche Entwicklungen, die mit zunehmender Technisierung und Verschmelzung von Mensch, Maschine und IT entstehen können. Aus Sicht des Shadowrun-Szenarios liegt der Fokus mehr auf dem mystischen bzw. Fantasy-Aspekt der Spielwelt – ein Großteil des Plots wird von „erwachten“ und „fremden“ Wesen bestimmt. Wer einen reinen Techno-Thriller erwartet, oder wer überhaupt nicht mit Fantasy-Elementen (Drachen! Feen! Magie!) klar kommt, sollte hier die Finger davon lassen. Wer damit klar kommt, der findet den Fantasy-Aspekt stimmungsmäßig genau so umgesetzt, wie ich es in Shadowrun erwarten würde: gleichzeitig banal alltäglich und mysteriös unverständlich.

Ich war begeistert und wünsche mir eine Fortsetzung, die die Geschichte mit den Plotfäden, die am Ende übrig bleiben, weiterstrickt.

(wichtig: siehe den Disclaimer am Ende)

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Stephen Hawking (1942 – 2018)

Eine grob übersetzte englische Phrase lautet „das Leben ist scheiße, und dann stirbst du“.

Das geht auch anders.

Du bist 21, und dein Arzt sagt dir, dass du nur noch etwa fünf Jahre zu leben hast. Du stellst nicht deinen immer weiter fortschreitenden körperlichen Verfall in den Mittelpunkt deines Lebens, sondern du konzentrierst dich auf das, was du noch kannst, und du kannst viel. Du beendest trotzdem dein Studium und wirst einer der brillantesten Wissenschaftler aller Zeiten. Dein Name steht in einer Linie mit Isaac Newton, Charles Babbage und Paul Dirac. Deine anerkannten Theorien stellen unser bisheriges Weltbild auf den Kopf und werden Wissenschaftler noch in vielen Jahren beschäftigen.

Dein Universum braucht keinen Gott um schön und sinnvoll zu sein. Du hast dieses eine Leben, und du beabsichtigst es, so gut wie möglich zu nutzen. Du bleibst nicht im Elfenbeinturm deines Fachs, sondern machst es dir zur Aufgabe, auch Nicht-Wissenschaftlern die Schönheit und Komplexität des bekannten und unbekannten Universums zu erklären. Deine humorvolle Art macht dich populär, und du genießt es, in Star Trek, The Simpsons, The Big Bang Theory und vielen anderen Serien aufzutreten – und immer eine Lanze für die Wissenschaft und eine rationale Weltsicht zu brechen. Es reicht dir nicht, dich nur um dein Kernthema zu kümmern – mit analytischem Verstand siehst du die Probleme, die die Menschheit sich selbst erschafft, warnst sie davor, zeigst Alternativen auf. Du nutzt deine Popularität, um dich mit mächtigen Menschen zu treffen, um etwas zu verändern. Mit geringem Erfolg, aber das entmutigt dich nicht.

Du heiratest zweimal und zeugst drei Kinder. Du wirst 50 Jahre älter, als man dir mit 21 prophezeit hat, und dann stirbst du.

Respekt, Professor Hawking. Und vielen Dank dafür, die Welt durch Erforschung der Dunkelheit zu einem helleren Ort gemacht zu haben.

Dortmund, 180314_1018

B.

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I love Free Software Day 2018 #ilovefs

Ich bin Software-Entwickler, und ich liebe es. Ich mag es, dass mein Geist Ideen formuliert, die meine Finger in Code umsetzen, der dann einer Maschine sagt, dass sie Dinge tun soll, und am Ende kommt etwas raus, was Menschen das Leben erleichtert. Dieser Prozess ist kreativ und fordert mich auf verschiedene Weise heraus – und dann bekomme ich auch noch Geld dafür! Das ist echt toll, und das sage ich auch gerne laut.

Genau genommen habe ich meine ersten Programmierschritte mit „freier Software“ gemacht, ohne das zu realisieren – ich habe nämlich Basic-Listings aus Programmierzeitschriften in meinen C16 gehackt. Das war toll, weil ich direkt beim Schreiben gelernt habe, welcher Programmteil was in welcher Weise tat  – und wie ich das manipulieren konnte, um mir z.B. bestimmte Teile eines Spiels zu erleichtern, ich Cheater :-).

Viel später kam ich zu C, C++ und zur Programmierung von Windows-Software (MFC, erinnert sich noch jemand?), und das war irgendwie eine andere Welt. Man kaufte für teures Geld closed source Bibliotheken ein, hatte im besten Fall eine halbwegs gute API-Dokumentation und war ansonsten vom Goodwill der Entwickler oder mit ihnen abgeschlossenen Serviceverträgen abhängig. Man kaufte für teures Geld Windows-Compiler (oder gleich ganze integrierte Software-Studios, wie Borland C++-Builder oder Microsoft Visual Studio). Zumindest in den Firmen, in denen ich angefangen habe, professionell Software zu entwickeln, war das so. Open Source spielte da keine Rolle, und da mich da niemals jemand herangeführt hatte, kannte ich weder den Begriff dahinter noch die Philosophie dazu.

Das änderte sich mit meinem ersten Server-Projekt. Auf einmal hieß es „mach das doch mal in Java, arbeite dich da mal ein“. Wir waren explizit angehalten, Open Source-Software zu verwenden, um keine teuren Lizenzkosten für Windows-Server zahlen zu müssen. Die Zielplattform war Linux, das hatte ich schon mal gesehen, aber noch nicht wirklich viel damit gemacht. Zunächst entwickelte ich selbst auf einem Windows-PC, aber irgendwann dachte ich: wenn du wirklich langfristig Server-Projekte betreuen willst, musst du tiefer in die Materie, also sammelte ich etwas Mut, schmiss Microsoft von meiner Workstation und installierte Suse Linux.

Und meine Welt veränderte sich …

Heute nutze ich Windows nur noch dann, wenn ich es muss (Musik!). Ich habe eine wunderbar funktionierende, mächtige mobile Workstation von Dell, die mit Linux Mint schnurrt wie ein Kätzchen. Mein gesamter Arbeitsalltag ist von freier oder zumindest Open Source-Software bestimmt, unser gesamtes Businessmodell ist darauf aufgebaut. Wir lösen mit Open Source-Software Businessprobleme und tragen unseren Beitrag zum Fortschritt bei, und das alles mit Software, die von Communities (mit-)entwickelt wird, und deren Funktionsweise jeder, der es will einsehen, verstehen, ändern und diese Änderungen wieder für alle zur Verfügung stellen kann. Diese Softwareprojekte, auf die wir aufsetzen, sind leistungsfähig, schlachterprobt und der Großteil der vernetzten Welt läuft damit.

Ich kann mir die Software ansehen, kann sehen, wie sie bestimmte Probleme löst, kann von den genialen Einfällen vieler Entwickler lernen – und gleichzeitig auch Schwächen und Fehler entdecken, die ich wiederum an diese Entwickler melden kann, um die Software noch besser zu machen. Und gerade an diesen Schwächen und Fehlern lerne ich, lernen die Entwickler. Ich kann Problemlösungen bewundern, oder denken „das ginge aber besser“ … und dann daraus meine eigene Software entwickeln. Wie wäre das wohl mit Closed Source möglich?

Mehr als einmal litt ich unter schlechter Dokumentation. Das ist auch bei teuren Closed Source-Produkten nicht selten. Nur: bei denen bin ich dann halt aufgeschmissen. Wenn ich aber eine schlecht dokumentierte Open Source-Software verwende, habe ich zumindest die Möglichkeit, nachzusehen, wie es geht. Das mag vielleicht bei einem Riesenprojekt wie MySQL schier unmöglich sein, aber bei mehreren kleineren Bibliotheken, die wir verwenden, hat es mir das Source Code-Studium tatsächlich den Tag gerettet.

Niemand kann diese Software „besitzen“, niemand kann sie zum Verstummen bringen, indem er sie „vom Markt nimmt“. Wenn mir die Entscheidung einer Community oder eines einzelnen Major Players, der eine Software verbreitet, nicht gefällt, kann ich mich jederzeit entscheiden, diese Entscheidung nicht mitzutragen und meine eigene Version weiterzupflegen, also einen Fork anzulegen.

Wenn ich nur über all meine offenen Fenster (und alle laufenden Hintergrundprozesse) schaue, die ich gerade sehe, bemerke ich, wie hoch ich auf den Schultern von Giganten stehe – offenen, freundlichen und freien Giganten:

  • Linux (aktuell: Mint, also speziell: Debian und Ubuntu) und alles, was da mitkommt
  • ich schreibe diesen Artikel im Chromium-Browser, der für mich besser zum Arbeiten geeignet ist. Privat benutze ich Mozilla Firefox
  • apropos Mozilla: da haben wir noch den Thunderbird Mail Client
  • Code-Management mit git
  • sichere Kommunikation und Steuerung per OpenSSH
  • Cloud-Management mit Hilfe von Docker, Kubernetes und anderen Tools
  • die Datenbankserver MySQL, MongoDB und Neo4J
  • die Webserver Apache und nginx
  • die Plattform NodeJS und darauf aufsetzend die echt schicke Webclient-Suite AngularJS
  • Auch, wenn Java an sich nicht „frei“ ist – die Community um Java ist riesig, mächtig, und stellt fantastische, hochperformante und perfekt zusammenpassende Business-Module zur Verfügung – und zwar in fast allen Fällen unter FLOSS-Bedingungen
    • die offene JEE-Spezifikation und ihre freie, mächtige und leistungsfähige Referenzimplementierung Wildfly
    • das Spring-Framework und all seine freiwilligen Zuarbeiter. Hier gesondert hervorzuheben die Firma Netflix, die auf Basis des Spring-Frameworks großartige Cloud-Erweiterungen geschrieben hat und diese Erweiterungen an die Community weitergegeben hat. Kudos, Netflix!
    • die Apache Community und ihre netten commons-Bibliotheken
    • der schier unendlich wirkende Quell an coolen Projekten aus dem Maven Repository
    • die Continuous Integration Plattform Jenkins
  • vieles mehr …

Und bei all diesen Dingen habe ich eben NICHT das Gefühl, mit irgendwelchem hingerotzten Frickelmist arbeiten zu müssen, so wie es FLOSS-Gegner oft behaupten, sondern – wenn man die richtigen Produkte wählt – mit professionell entwickelter und leistungsfähiger Software, oft auch bleeding-edge-Technologien, die wirklich die Speerspitze darstellen.

Ich liebe freie Software!

Anmerkung: ich kümmere mich in diesem Artikel bewusst nicht um die Unterscheidung zwischen verschiedenen FLOSS-Lizenzen, Public Domain, Lizenzen die von seiner Heiligkeit Richard Stallman als „free“ angesehen werden und welche nicht, Projekte, die zwar Open Source sind, aber streng genommen nur von einem Major Player entwickelt werden … solange der Source Code einer Software frei verfügbar ist und die Nutzung nicht durch exzessives Copyright und NDAs oder was weiß ich für einen Juristenkram abgesichert ist, ist sie für mich frei, da man Ideen nicht einsperren kann. Und nein, ich habe keine Lust, das auszudiskutieren …

Außerdem bedeutet meine Liebe für FLOSS-Software auch nicht, dass ich Closed Source oder proprietäre Software prinzipiell ablehne. Manchmal ist es so, dass FLOSS-Software nicht alles abdeckt, was ich brauche, und wenn es einen besonderen Mehrwert für mich hat, kaufe oder nutze ich auch mal Closed Source Software. Beispiele dafür:

  • die „Ultimate“-Edition der eigentlich FLOSS-basierten IDE IntelliJ
  • den WIRKLICH extrem schnellen, schicken und leistungsfähigen Texteditor Sublime Text 3
  • unter Windows den allmächtigen TotalCommander 
  • das Messaging-System Slack, das gerade für Firmen echt cool ist (wobei ich hier gerade für mich selbst die FLOSS-Alternative Mattermost ausprobiere)
  • die extrem mächtigen Software-Entwicklungstools der Firma Atlassian (Jira, Bitbucket, Confluence)
  • die Professional-Version des Repository-Tools Artifactory

Aber bevor ich so etwas kaufe, suche ich immer eine FLOSS-Alternative. Außerdem sehen wir hier auch ein absolut valides Geschäftsmodell: Software, die im Grundsatz Community Driven und FLOSS ist, aber für die es proprietäre Erweiterungen gibt, die die Grundfunktionalität ergänzen. Schließt sich also alles gar nicht aus …

Dortmund, 180214_1900

B.

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Video des Tages: OK Go demonstrieren einen Durchbruch der Technikgeschichte: stabile Druckertreiber

Man kann in seinem Netzwerk Drucker ja Namen geben. Ein typischer Name, den ich gerne meinen Drucker geben würde, wenn es von der Länge nach ginge ist „Drecksverdammtesmistdingwarumgehstduschonwiedernichtichschlag-
dichmitdemvorschlaghammerinmillionekleinestücke“, und die Entwickler von Druckertreibern verorte ich generell als Mitglieder einer diskordianischen Weltverschwörung.
 
Aber die Drucker und -treiber in DIESEM Video hier scheinen ECHT gut zu funktionieren und stabil zu sein …

Hier bei Heise gibt es noch etwas Hintergrund. Und, bevor es untergeht: absoluten Respekt für die Band OK Go und ihre Video-Kreativen, die immer wieder mit fantastischen Ideen, großer Leidenschaft (und -bereitschaft) und Liebe zum Detail solche innovativen Musikvideos erschaffen.
Dortmund, 171128_1007
B.
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Widerling des Tages: Restaurantbesitzer verpfeift schlechten Bewerber beim Arbeitsamt

Dieser Artikel bei Stern/Neon Online enthält so ziemlich alles, was ich an „typisch deutsch“ (bzw. österreichisch, aber die Mentalität ist dieselbe) in Verbindung mit moderner Arbeits-Religion und Arbeitsfetischisierung widerlich und abstoßend finde. Continue reading

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Eine gebrochene Lanze für die moderne Hipster-Kultur

Ich verstehe es nicht. Frauen betreiben unfassbar viele Modegeschäfte, eine riesige Industrie kümmert sich (im Guten wie im Schlechten) um Dinge, die als „typisch weiblich“ angesehen wird, und nur die extrem verhärmtesten Feministinnen stören sich vermutlich daran, dass es für Frauen schicke Kleider, Accessoires, viele unterschiedliche Frisur-Stile und entsprechende -Moden gibt. Solange nichts davon Zwang ist und wenn wir mal unappetitliche Aspekte wie „ungesundes Körperverhalten durch Modetrends suggerieren“ ausklammert, erfreut sich vermutlich ein großer Teil der Frauen unserer Gesellschaft daran.

Wenn man dann Männer, ihren Stil und ihre Hobbies betrachtet … dann scheint man manchen Frauen wirklich nichts recht machen zu können.

Dass man sich über Fußball-Prolls, Muckibuden-Brecher, bebrillte Nerds, Socken-in-Sandalen-Trägern und so weiter gut echauffieren kann, ist ein alter Hut.

Ein neuerer Trend scheint mir hingegen eine allgemeine Verachtung gegen Männer zu sein, denen man das Sujet „Hipster“ anklebt. Ich kann es ja auch teilweise verstehen. Es gab auch mehrfach Momente, wo ich Dinge gesehen habe, Aussagen gehört habe, wo ich dachte: oh mann, komm mal wieder auf die Erde.

Aber ich finde, man sollte wesentliche Bestandteile des oft kritisierten Hipstertums mal auf ein paar grundlegende Eigenschaften zurückführen, und dann kann ich ehrlich gesagt nur wenig Negatives dran finden.

Denn „Hipster“ haben zum einen recht viel mit „Nerds“ oder „Geeks“ gemeinsam: sie sind begeisterungsfähig, neugierig, lernfähig, entdeckungsfreudig. Sie interessieren sich für einen Teilbereich, der Anderen vielleicht als normal oder banal erscheint, entwickeln eine hohe Liebe zum Detail, und sind darüber hinaus, oft äußerst genussempfänglich, sinnlich und somit lebensfroh.

Ob es jetzt wirklich ein ausgewiesen „männliches“ Phänomen ist, ein spezifisches Interessensgebiet bis an den Rande der Obsession (und manchmal darüber hinaus) zu erforschen, weiß ich nicht.

Ich weiß nur, dass ich selbst viele Elemente der „Nerd“- und „Geek“-Kultur in mir trage, und im einen oder anderen Bereich auch gerne den „Hipstern“ zugeordnet werden kann.

Und ich mag diese Teile von mir!

Ich habe eine hohe Genussfähigkeit in Bereichen entwickelt, die andere Menschen vielleicht nicht einmal beachten. Ich kann mich an den weitreichenden Nuancen verschiedener Single-Malt-Whiskeys erfreuen, ich weiß, welcher Wein (welche Rebsorte, welcher Ursprung) mir besonders gut schmeckt, ich ziehe große Freude daraus, überall wo ich bin, lokale Biere, die man eben nicht in jeder fucking Tankstelle kaufen kann zu probieren, und seitdem ich weiß, wie gut Wagyu-Beef schmeckt und was „Dry Aged“ bedeutet, habe ich überhaupt erst hochwertiges Fleisch (und die damit verbundene Hoffnung auf ethisch korrekte Aufzucht und Lebensbedingungen von Zuchttieren) kennengelernt.

Letzte Woche war ich in Leipzig, in der großartigen Cocktailbar Imperii – ein Paradebeispiel für hipstergeführte Genusskultur. Und ich kam aus dem Staunen nicht mehr heraus, was für irrwitzige Ideen die da hatten, Geschmäcker zu kombinieren …

All das wäre ohne Hipster nicht möglich gewesen – es sind nämlich die Hipster, die solche Dinge voran treiben. Also: vielen Dank, Hipster!

 

Ich bin ein Mann, und ich bin es gerne. Ich komme sehr gut mit meiner Rolle klar, das war eigentlich immer so. Wenn ich das oben gesagte reflektiere und das in meine „Männlichkeit“ übertrage, sehe ich mich als Nerd/Geek/Teilzeit-Hipster und fühle mich wohl. Ich könnte auch versuchen meine Männlichkeit als Hooligan auszuleben, oder irgendwelchen anderen männlichen Scheiß veranstalten, den Feministen (oft zurecht) als „toxisch“ betrachten.

Stattdessen bin ich offen, lebe gerne neue Genüsse aus, verfeinere meinen Geschmack, interessiere mich für neue Dinge … ist das jetzt schlecht?

 

Wenn man Artikel wie diesen hier betrachtet, stimmt wohl irgendwas mit mir nicht:

Wer sich einmal die von Hipstern betreuten Geschäftszweige ansieht, stößt auf eine überraschend wenig subtile Geschlechtertrennung: Während Hipsterinas mit selbstgebasteltem Schmuck, Backwaren oder Second-Hand-Klamotten handeln, hat ein männlicher Hipster eine Schrauberwerkstatt, eine Bar oder einen Steakgrill.

In den „Managements“ dieser schwer maskulinen „Start-Ups“ sitzen dann nur Männer mit geometrischen Tattoos und speckigen Hüten zusammen, mit der einzigen Ausnahme „Jill on Social Media“ – wie „Key of Awesome“ sie in ihrer Hipsterparodie nennen.

Tatsächlich verbinde ich die meisten Dinge, die ich mit Hipstern verbinde, mit Männern. Das gilt weitgehend auch für das Nerd- oder Geektum (mit Ausnahme von Cosplay, das scheint fast ausschließlich in weiblicher Hand zu sein …). Ist das so? Vielleicht? Meinetwegen. Ist das denn schlimm?

Ich kann jetzt nicht für alle Szenen sprechen, aber alles, was ich persönlich beobachten konnte, war praktisch völlig, nennen wir es „meritokratisch“. Man begeistert sich für ein Thema, eignet sich diesbezügliches Wissen und Kultur an. Man erkennt schnell, wer was drauf hat, wer Ahnung hat, wer Anfänger ist, wer Fortgeschritten … und zumindest meiner Erfahrung nach hat da noch nie eine Rolle gespielt, was man zwischen den Beinen hat. Ob ich mich mit einem Mann oder einer Frau über die Vorzüge von Highland-Malt gegenüber Islay-Malt (Hint: es gibt sie nicht ;-) ) streite, ist mir völlig egal, und ich habe zumindest persönlich noch niemanden kennengelernt, wo es ernsthaft eine Rolle gespielt hätte.

Doch nicht nur die Firmen selbst sind Sausageparties, auch die Kundschaft wird strikter geteilt als eine Dorfkirche 1912. „Todi’s Barbershop“ in Berlin-Wilmersdorf beispielsweise hat seine Scheibe großflächig mit dem Hinweis „It’s a man’s world – sorry Ladies“ beklebt, was angesichts der Deklaration als „Herrenfriseur“ wirkt wie ein 8-jähriger, der einen „Mädchen unerwünscht“-Zettel an seine Zimmertür hängt. Die Hipsterkultur feiert alles ab, was sich schon kleine Jungs als besonders männlich vorstellen: Bärte, Schnaps, Rumwerkeln, Holzfällerhemden und möglichst große Fleischstücke.

Das will mir nicht in den Schädel: seit JAHRHUNDERTEN gibt es eine gigantische, weltumspannende, extrem vielseitige, bunte, widersprüchliche und dem Vernehmen nach für einen Großteil der Menschheit sehr aufregende Modeindustrie, die sich AUSSCHLIESSLICH ans weibliche Geschlecht wendet. Kleidung, Kosmetik, Frisuren, Wellness, etc.

Modische Leitkultur für Männer hingegen ist spätestens seit dem Aufstreben des Bürgertums weitgehend stinklangweilig, uniformiert und maximal auf „Seriösität“ (was auch immer das im jeweiligen Kontext bedeutet) getrimmt. Es ist noch nicht lange her, da habe ich Artikel (von Frauen) gelesen, wo sie von Männern gefordert haben, mal aus der Reihe zu tanzen, sich was zu trauen, authentisch zu sein …

Besonders die Attacke auf den Barbershop finde ich wirklich perfide, wenn man sich die extreme Bandbreite an Damenfrisuren und -friseuren in Erinnerung ruft, und dagegen hält, wie armselig Haarkultur in den letzten 100 Jahren für Männer war (erinnert sich noch jemand an die verrauchten Herrenfriseure in Dörfern und Vorstädten, bei denen jeder Haarschnitt gleich aussah?) – wobei Bartkultur gegenüber Haupthaar durchaus variierte …

An Männer gerichtete Angebote wie die Seite des Lifestyle-Ladens „Soul Objects“ in Berlin-Prenzlauer-Berg schaffen eine verschämte kleine Nische für „Soul Sisters“, in der sie dann Schokolade, Babystrampler oder blubbernde Roséweine anbieten.

Ich hab mir das mal im Internet angesehen. Der Laden ist offensichtlich ein Accesoire-Shop, der sich an Männer richtet. Wie viele solcher Shops gibt es für Frauen, oder Dinge, mit denen sich klischeehaft (und ebenso klischeehaft in der Realität bestätigt) maximal an Frauen richten? Seit Jahrzehnten schon – ich denke da auch an die ganzen Läden, in denen es eigentlich nur nutzlosen Kitsch und Dekokram für die Wohnung gibt … und es macht durchaus Freude, sich mal an einem Sonntag an die massiven Schlangen bei Ikea zu stellen und die Menschen zu beobachten …

Mit seiner Mischung aus betonter Sensibilität, Schöngeistigkeit und Rückbesinnung auf alte Rollen neigt sich der Hipster wieder gefährlich dem viktorianischen Männlichkeitsideal zu. Es ist auch letztlich die viktorianische Ästhetik, die er zitiert, und in dieser Ästhetik gibt es erst einmal keinen Platz für Frauen. Wahre Freundschaft, wahrer Genuss, wahre Qualität findet man eben nur von Mann zu Mann. „Sorry Ladies.“

Das ist jetzt eine Interpretation. Kann man so wahrnehmen. Wenn man will. Mir scheint es eher, dass die Dame hier vielleicht ein wenig projiziert … meiner Erfahrung entspricht es jedenfalls nicht. Warum sollen sich nicht auch Frauen für ein geiles Steak oder einen guten Whiskey begeistern können? Was hindert sie daran? Ich behaupte: es sind nicht die männlichen Hipster.

Die Welt der Hipsterfrau ist hingegen ganz anders, sie ist voller Pastell, Bäckereiwaren und süßer Tiere. Sie sieht den ganzen Tag aus wie eine Ballerina in der Mittagspause oder als trüge sie die Kinderklamotten ihrer Eltern auf. Sie trägt einen zerzausten Dutt, zuckerwattefarbene Kaschmirpullover, zu kurze Achtziger-Jahre-Latzhosen. Sie ist niemals professionell oder sexy. Sie ist immer irgendwie süß, verwuschelt oder verträumt, höchstens auf kindliche Weise burschikos. Eine viktorianische Kindsfrau, die sich durchs Leben bastelt und liest und Teegesellschaften mit ihren Katzen gibt.

Ich persönlich fände eine lederjacken-tragende, steak essende und über die feinen Nuancen von IPA fachsimpelnde Frau ja viel interessanter. Aber auch hier wieder die Frage: warum entscheiden sich Frauen *selbst*, so zu sein? Ich ärgere mich auch regelmäßig über frühkindliche Indoktrinierung, die oft völlig sinnlos von Spielzeug-Fabrikanten betrieben wird. Und vielleicht ist das hier einfach die unvermeidliche, langfristige Folge daraus. Aber ich glaube auch, dass irgendwann Schluss mit der großen maskulin-unterdrückenden Weltverschwörung ist, und ich behaupte: wenn weibliche Hipster so sind, wie die Dame hier beschreibt, dann so, weil sie es sein WOLLEN. Denn wenn es eine gesellschaftliche Richtung gibt, in die man NICHT vom bösen Patriarchat reingezwungen wird, dann ist es sicherlich die Hipster-Szene.

Kleines Detail am Rande: im oben erwähnten Imperii gab es an diesem Abend mindestens zwei extrem fachlich gute und dem Detail hingebungsvolle Service-Mitarbeiter. Nur einer davon war ein Mann …

Und was machen die introvertierten Frauen den ganzen Tag zuhause? Pinterest, ein Online-Sammelalbum für visuelle Inspiration, schlägt ihnen die Themen Hochzeit, Baby, Kochen, Abnehmen sowie Handarbeit und Werken vor. Die Seite ist berühmt-berüchtigt dafür, besonders verlobte Frauen ins Bastelburnout zu gängeln.

OMG! Das ist bestimmt wieder eine gemeine Verschwörung des Patriarchats! Pinterest, das Virus, das Frauen, deren Bestimmung es doch eigentlich sein muss, emanzipiert die Welt zu retten in Bastel-Mütterchen verwandelt. Wer hätte das gedacht …

Hauptsache, die Frau ist beschäftigt, während Hipsterino sich sein 250-Gramm-grassfed-Simmenthaler-Dry-Aged-T-Bone-Steak reindreht. Und das nennt man dann Fortschritt.

Vielleicht wäre es ja doch besser, wenn der Mann sich wieder so guten alten männlichen Tugenden wie Leberwegsaufen, im Fußballstadion prügeln und Krieg führen widmet … ah, warte. Nein, ich vergaß: das ist ja toxisch. Vermutlich ist im Sinne der Autorin der Lebenssinn des Mannes, jede Sekunde seiner freien Zeit, die er nicht mit hingebungsvoller Kindererziehung und notwendiger Geldarbeit verbringt, mit Nachdenken zu verbringen, wie er dafür sorgen kann, das Unheil, das 10.000 Jahre Patriarchat an Frauen angerichtet haben, wieder gut zu machen – angefangen damit, seiner Holden den Himmel auf Erden zu bereiten.

(BTW: der Steak-Hipster in mir lacht sich gerade über das Unwissen der Dame, den idiotischen Pseudo-Qualitätsbegriff „Simmenthaler“ zu verwenden, kaputt).

Aber wenn er sich auf die „gute alte Zeit“ und „gutes altes Handwerk“ in Deutschland rückbesinnen möchte, kommt ihm ärgerlicherweise der Nationalsozialismus in die Quere.

Bodenloser Schwachsinn und an debiler Idiotie nicht zu überbieten. Wem ich jetzt hier erklären muss, warum, dem ist nicht mehr zu helfen.

Er versucht, diffuse Sentimentalitäten anzusprechen, indem er beispielsweise eine längst eingestellte Biersorte wie „Diamant-Bräu“ in Magdeburg wiederaufleben lässt, vermeidet aber peinlich jedwede historische Kontextualisierung jenseits der Wiederverwendung des Logos.

Hier wäre es ein netter Service der Autorin gewesen, mit ein, zwei kurzen Sätzen klarzulegen, wo jetzt das spezifische historische Problem bei „Diamant-Bräu“ liegt. Vielleicht gibt es ja wirklich eins? Ich weiß es nicht, weiß es die Autorin vielleicht? Ich für meinen Teil kann nichts Schlechtes z.B. an der Wiederneugründung der Dortmunder „Craft Beer“-Brauerei Bergmann finden …

Ein paar Sätze später gibt sie dann zu, dass

Mit alten deutschen Namen einen nostalgischen Rahmen zu evozieren, ist vom Prinzip her nicht schlecht. Ich habe Diamant-Bier und Slyrs-Whisky beispielsweise sehr gern getrunken und mich dabei ein bisschen nostalgisch gefühlt.

Finde ich irgendwie widersprüchlich. Das „Wilhelms Burger“ / „Wilhelm Burger“-Beispiel aus dem zugehörigen Absatz finde ich persönlich extrem konstruiert. Man kann nicht von jedem Deutschen erwarten, dass er jede einzelne Idee (abgesehen von den wirklich offensichtlichen) auf eine wie auch immer verschachtelte Bedeutung der Nazi-Periode abklopft. Wer das tut, wird irgendwann neurotisch (mir scheint, die Autorin wäre ein entsprechender Kandidat). Ich für meinen Teil kenne mich nach jahrelanger Beschäftigung IMHO wirklich gut mit der Geschichte des Dritten Reichs aus, auch mit Figuren und Begebenheiten au der zweiten oder gar dritten Reihe. Wilhelm Burger war mir bis gerade nicht bekannt … nun, ich lerne auch immer wieder Neues dazu. Mir ist allerdings gerade bei sich selbst als links bezeichnenden, enthusiastischen „Antifaschisten“ oft eine schwer erträgliche Arroganz aufgefallen, die darauf beruht, dass sie sich in ihrem kleinen Bereich extrem detailliert auskennen und dann Menschen beschimpfen, die nicht dieses Detailwissen haben. Wenn sie nicht oft so genussfeindlich wären, könnte man sie glatt als „Antifa-Hipster“ beschimpfen ;-)

 

Ladies, ganz ehrlich: ich liebe den Genuss, den mir die Detailverliebtheit der Hipster beschert. Wenn ihr daraus solche Schlüsse zieht, wie die Dame im obigen Artikel, dann freue ich mich, wenn ich das von euch möglichst früh erfahre. Dann brauche ich nämlich keine Zeit mit euch zu verschwenden …

Dortmund, 171109_1825

B.

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Großartigkeit des Tages: Von der Freude, wenn bei Linux auch die Hardware mal gut funktioniert

In der Welt der Linux-User bewege ich mich zwischen den Extremen. Ich bin kein Power-User, der sich regelmäßig seine Kernel selbst kompiliert, jede Bibliothek auf seinem System beim Namen kennt (und auch genau weiß, was er braucht und was nicht) und irrwitzigste Konfigurationen in obskuren Config-Dateien erfolgreich per cat/awk/sed udgl. erledigt.

Auf der anderen Seite bin ich Software-Entwickler, weiß recht viel vom Hintergrund meines Systems und bin bis zu einem bestimmten Punkt bereit, mich in Interna einzulesen und dann auch mit verschiedenen Konfigurationen zu experimentieren, auch mal experimentelle Versionen zu kompilieren oder im Zweifelsfall sogar selbst abzuändern (been there, done that).

Aber gerade was Hardware angeht, ist meine Expertise schnell am Ende, und meine Bereitschaft, mich in die Tiefen der X-Server-Konfiguration oder ACPI-Dinge einzuarbeiten ist nur rudimentär. Hier beneide ich Windows- und vor allem Apple-User: ich möchte, das mein Rechner ab einem bestimmten Punkt an „einfach nur funktioniert“ und „das macht, was er soll“.

Und in diesem Punkt ist man oft als Linux-User ist viel Schmerz gewöhnt. So wie ich im gesamten letzten Jahr mit meinem Dell-Notebook und der (von Dell selbst gelieferten!) Ubuntu 14.04 LTS-Installation. Viele Dinge, die für andere selbstverständlich waren, funktionierten nicht und führten zum Absturz. Zum Beispiel meine offensichtlich völlig absurde Idee, zusätzlich zum Laptop-Monitor noch zwei weitere Monitore (einen per HDMI, einen per VGA) anzuschließen. Ging grundsätzlich, führte aber einfach zu gelegentlichen Totalabstürzen (=> brutaler Neustart per Power-Switch nötig).

Ebenso war die Verwendung von so nützlichen ACPI-Power-Features wie „Suspend“ oder „Wake-On-Lid“ immer ein Würfelspiel, das oftmals ebenso einen Kaltstart erforderte.

So hab ich mir angewöhnt, diese Dinge eben nicht zu tun. Notebook mal eben an einen anderen Arbeitsplatz mitnehmen? Besser alle Programme schließen und runterfahren. Wie in der Steinzeit!

Vor ein paar Wochen hatte ich die Schnauze voll und hab die Kiste komplett neu installiert, (Linux Mint, Mate-Desktop, aktuellster Kernel) – und jetzt gehen all die schönen Dinge.

Ich bin gerade richtig begeistert und möchte mich auf diesem Weg bei der Linux-Community bedanken, dass sie hier einfach am Ball bleibt und für Aktualisierungen sorgt.

Dortmund, 171107_1231

B.

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Messbarer musikalischer Output: SHEDO – Two Broken Hearts

Shameless self promotion alert!!!

Meinen messbaren Output als Musiker der letzten Jahre kann man ohne Untertreibung vermutlich mit einer konkreten Flatline beschreiben. Ich war sporadisch an Bandprojekten beteiligt, aus denen leider nie etwas geworden ist, habe mich mit großen Ideen und noch größeren Fernzielen auf mein Soloprojekt gestürzt, für das mich mich jedoch nie genug motivieren konnte, habe Auftritte mit meiner Coverband gehabt, habe mich mit tollen Musikern zu Jam-Sessions getroffen, deren Output – wie gute Aktionskunst nun mal ist – an Ort und Zeit gebunden und somit flüchtig ist.

Das Ergebnis ist, dass ich nichts zeigen kann, wenn man mich fragt „was machst du so eigentlich als Musiker“, zumindest nichts *eigenes*.

Und da kam wie aus dem nichts meine alte Freundin Hanna Shedo, hatte ein neues Lied geschrieben. Traurige Liebes-Ballade, extrem scharf auf der Kitsch-Grenze segelnd, aber wunderschön. Spärlich instrumentiert, nur Vocals, akustische Gitarre, Piano und ein paar Pads. Ob ich da Bass zu einspielen wollte? Wollte ich … und weil das Arrangement genug Platz bot, entschloss ich mich, einen schön singenden Part auf dem Fretless-Bass dazu zu komponieren und einzuspielen.

Wer mich kennt weiß, dass ich nicht unbedingt zum Eigenlob neige, sondern eher dazu, meine Erfolge kleinzureden und runterzuspielen.
Hier nicht! Ich bin wirklich stolz auf den signifikanten Part, den ich zu dem tollen Gesamtergebnis beigetragen habe.

Zusätzlich haben wir sogar ein richtiges Musikvideo gedreht, was den oben beschriebenen Charakter noch gut unterstreicht. So richtig mit Posing bei unter 0°C im Rombergpark … ich durfte wenigstens noch meinen Mantel anbehalten, aber die arme Hanna …

An dieser Stelle vielen Dank an unseren Regisseur Mathias Kasper von mv-production, der übrigens auch den Song produziert hat.

Und nun wünsche ich euch viel Spaß mit „Two Broken Hearts“:

 

Leipzig, 171101_1830
B.

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Lebenszeichen, reloaded

Hey Leute …

long time no see, ich weiß. Irgendwie hat sich die schlechte Angewohnheit, meine Meinung nur beim bösen Facebook rauszurotzen, anstelle nicht viel besser formulierte oder recherchierte Blog-Artikel zu schreiben, zu stark verfestigt. Mein armes Blog ist total verwaist, der letzte Artikel schon fast anderthalb Jahre her, und davor war es auch nicht viel besser. Ich würde ja sagen „ich gelobe Besserung“, weil ich eigentlich immer noch daran glaube, dass es besser ist, Meinungen an einem EIGENEN Ort festzuhalten, über den man frei verfügen kann, und solche Plattformen wie Facebook eben nur zum Verbreiten und zur Diskussion zu nutzen. Aber ich fürchte auch, dass das wohl nicht wirklich konkret was wird – schlechte Angewohnheiten sind schlimmer als Malaria, die wird man eben nur schwer los.

Wie auch immer – wenn ich mal nen Anlass habe, einen richtigen Blogartikel zu schreiben, dann hab ich auch einen. Deswegen tu ich es – gleich mit dem nächsten Eintrag :-)

Leipzig, 171101_1800
B.

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