„Rechte, Israelfreunde, Palästinafreunde“ – über den Israeldiskurs in Deutschland

Bei Telepolis gibt es einen spannenden Artikel über eine sozialwissenschaftliche Studie, die untersucht, wie in Deutschland über Israel und Palästina diskutiert wird, und wie viel davon mit Antisemitismus zu tun hat.

Vorab: ich habe mir die Studie selbst nicht angesehen, der Artikel bei TP jedenfalls ist deutlich parteiisch, schlägt sich auf eine Position. Das ist zufälligerweise genau meine, deswegen teile ich sie hier auch gerne. Denn: Bei aller Parteilichkeit decken sich die Beobachtungen und Schlüsse der Studie mit meinen eigenen Erfahrungen.

Interessant wäre jetzt, wenn die Studie selbst mal durchleuchtet wird. Als Ingenieur bzw. Softwareentwickler haftet sozialen Studien bei mir immer ein strenger Geruch an – ich glaube kaum, dass es möglich ist, soziale Studien „unbiased“ zu machen, egal, was Sozialwissenschaftler mir erzählen. Das wird sicherlich auch für diese Studie gelten; der hart urteilende Artikel spricht für diese Lesart.

Trotzdem ergibt sich ein interessantes Bild, und das möchte ich mit euch teilen: Continue reading

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Großartigkeit des Tages: OpenSource Cyborg-Hand als Prothese

Lange nichts mehr von mir gehört, nicht wahr?

Ist auch nicht weiter schlimm – wenn ich in der letzten Zeit etwas geschrieben hätte, wäre es vermutlich so ätzend, zynisch und für bestimmte Personen so beleidigend geworden, dass es justiziabel gewesen wäre.

 

Lieber mal was Positives:

Hier gibt es eine interessante Neuentwicklung auf dem Prothesen-Markt: eine japanische Firma stellt eine sehr günstige Unterarmprothese her. Die Teile sind weitgehend aus dem 3D-Drucker und können ausgetauscht werden, als Steuerungseinheit dient ein Smartphone (kann vermutlich entsprechend auch leicht erweitert und ausgetauscht werden).

Aber das Beste: es ist OpenSource. Sowohl Hard- als auch Software!

Ob diese Prothese jetzt wirklich toll ist, kann ich nicht beurteilen, ob sich das Konzept verbreitet auch nicht.

Aber das, genau das ist es, was ich von einer modern denkenden, zukunftsgerichteten, gutartigen Technologiegesellschaft erwarte: Lösungen entwickeln, die Menschen helfen, das Ergebnis miteinander teilen, mit Technologien, die es mir erlauben, es selbst zu erweitern, nachhaltig, da man defekte Teile selbst austauschen und idealerweise sogar selbst herstellen kann.

Und, nebenbei, die Hofffnung, dass wir bald mit dem Transhumanismus ein paar Schritte weiter kommen …

Dortmund, 150627_1004

B.

 

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Unsere Gesellschaft hat Post-Demokratie im Endstadium. Zeit, sie endlich sterben zu lassen

Bei der Germanwings-Tragödie ist der aktuelle Kenntnisstand, dass der Co-Pilot die nach menschlichen Maßstäben absolut unverständliche Entscheidung getroffen hat, Selbsmord zu begehen und alle Fluggäste in seinem Wahnsinn mitzureißen. So sehr ich drüber nachdenke, am Ende bleiben mir drei wichtige (nicht wirklich neue) Erkenntnisse:

  1. der Mensch ist und bleibt ein komplexes Wesen, das sich vermutlich nie zu 100% logisch erschließen lässt
  2. das, was speziell als aktionistische panikartige Sicherheitsmaßnahme nach dem 9.11. eingeführt wurde, hat diese schreckliche Tat überhaupt erst möglich gemacht, und
  3. Ich mache es hier mal sehr deutlich. Punktiert. In Großbuchstaben. Fett. Vielleicht erinnert ihr euch dann mal dran, ihr überwachungsgeilen Sicherheits-Esoteriker von Union und SPD: ES. GIBT. KEINE. ABSOLUTE. SICHERHEIT.

 

Das hindert natürlich einen echten Überwachungsfanatiker gar nicht daran, gleich wieder neue Überwachungs-Forderungen zu stellen. Die halbe deutsche Netz-Szene hat gewitzelt, wie lange es dauern würde, bis der erste Politiker wegen Germanwings die Vorratsdatenspeicherung fordern würde. Es kam zunächst ähnlich („wir sollten das Schweigegebot von Ärzten lockern“).

Aber dann geschah etwas, was die Sinnlosigkeit in jedem möglichen Ausmaß toppte:

Unser Innenminister (und somit „Berufs-Überwachungsesoteriker“) Lothar deMaiziere fordert doch ernsthaft, dass man wegen der Germanwings-Tragödie die Ausweispflicht im Schengenraum bei innereuropäischen Flügen wieder einführen sollte.

An dieser Stelle geht es mir gerade mal nicht um den überwachungspolitischen Aspekt (den ich nicht so hoch einschätze, wie andere schreckliche Dinge, die gerade so passieren), sondern um die krasse Unlogik und die Unverhältnismäßigkeit der Forderung. Denn wenn ihr euch jetzt fragt „und was hätte das an der Situation geändert“, dann befindet ihr euch in bester Gesellschaft …

 

Ein anderer Fall: der wohl zur Zeit widerlichste Politiker Deutschlands (hat schon längst Leute wie Roland Koch zu schlimmsten Zeiten hinter sich gelassen), Sigmar Gabriel, macht gerade nicht nur die Propaganda-Tour zu TTIP, sondern auch für die Vorratsdatenspeicherung.

Seine neueste Dreistigkeit ist bei netzpolitik.org in all ihrer Fassungslosigkeit ausgebreitet:

Sigmar Gabriel bekräftigte gestern erneut seine Entschlossenheit, ein „verfassungskonformes Gesetz“ für eine Vorratsdatenspeicherung in Deutschland vorlegen zu wollen. Als Begründung führt er nun die Morde des National-sozialistische Untergrund (NSU) an. (…)

Besonders sprachlos macht einen aber die nun angeführte Begründung:

„Hätten wir das [Instrument der Vorratsdatenspeicherung] bereits zum Zeitpunkt der ersten NSU-Morde gehabt, hätten wir weitere vermutlich verhindern können.“

(…) in Bezug auf den Umstand, dass der NSU vom Verfassungsschutz nicht nur mehrfach von V-Menschen beobachtet und infiltriert, sondern auch gefördert wurde und allem Anschein nach auch heute noch gedeckt wird, verbleibt einem nur noch die Sprachlosigkeit.

Anstatt aus der Rolle und der Tätigkeit der involvierten Behörden Konsequenzen zu ziehen oder diese zumindest zu hinterfragen, fordert Gabriel nun die Wiedereinführung eines Gesetzes, welches genau diesen Diensten ein sehr mächtiges Überwachungsinstrument an die Hand gab.

Mir bleibt echt die Spucke weg. Ich meine, man muss sich vorstellen, dass Gabriel einer der wichtigsten und leider auch mächtigsten deutschen Politiker ist. Der schämt sich wirklich nicht, mit dieser Wahrheitsverdrehung in Orwell’schen Dimensionen an die Öffentlichkeit zu gehen.

 

Und warum trauen sich deMaiziere und Gabriel diese Dreistigkeiten?

Weil es keine Rolle spielt.

Weil sie keine Konsequenzen zu fürchten haben.

Weil sie eh wiedergewählt werden, selbst, wenn die Wahlbeteiligung unter 30% sinkt, wird sich vermutlich beim Anteil ihrer Parteien kaum etwas ändern.

Weil die Wirtschaftler und ihre treuen Schergen, die Politiker, jahrelang die Regeln der Gesellschaft so umgebogen haben, dass sie jeden Wunsch erfüllt bekommen.

TTIP ist das finale Regel-Update, was den Großkonzernen das Zepter für die Herrschaft in die Hand drückt. Übergeben von Hofschranzen wie Merkel und Gabriel, in huldvoller, untertäniger Geste.

Äußerungen wie die oben Genannten sind wie gezielte Demütigungen an die Adresse des gemeinen Pöbels, des Bürgers. Hier, seht, wir Bonzen und Mandarine machen, was wir wollen, und ihr könnt uns gar nichts.

 

Unsere Gesellschaft ist krank. Sie leidet an Post-Demokratie. Im Endstaduim. Metastasiert. Hospizwürdig.

Zeit, sie sterben zu lassen. Wenn ich mir die Situation so ansehe, wo Drecks-Politiker wie die obrigen unverfroren, schamlos und vor allem OHNE MESSBARE KONSEQUENZEN solche Fehlleistungen von sich geben, kann ich nur noch zu folgenden, traurigen Schlüssen kommen:

Wir verdienen Nazis. Wir verdienen IS. Wir verdienen die repressive Weltmacht China oder einen zynischen Diktator Putin, die uns für das jämmerliche Nicht-Leben unserer ach-so-hehren Werte auslachen. Wir verdienen Krawallos, die Dinge anzünden. Wir verdienen brutale, grauenerregende menschliche Totalausfälle, die uns kräftig in den Arsch treten.

Denn: diese Gesellschaft, so wie sie unsere Führung vorlebt, und vor allem: SO WIE WIR, DIE WÄHLER SIE ZULASSEN, hat NICHTS Besseres verdient.

 

Dortmund, 150405_1540

B.

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Großartigkeit des Tages: Jan Böhmermann und #Varoufake

Ich weiß, ich weiß, jeder hat es schon, jeder jubelt.

Aber wenn dieser unfassbar gute Medienhack nicht einen Ehrenplatz auf diesem Blog finden sollte, könnte ich auch gleich aufhören.

Egal, ob das jetzt selbst ein Fake ist oder nicht – ich schließe mich der Meinung von netzpolitik.org an: das war das Subversivste, was ich seit langem vom deutschen Fernsehen gesehen habe. Respekt, Herr Böhmermann.

Und nebenbei ist das kleine, gebührenfinanzierte Losermagazin damit schlagartig bundesweit bekannt geworden.

Auch hier gilt, Fake oder nicht, die wichtige Message hervorzuheben, und das bedeutet, Böhmermann hin und Satire her, warum der tolle Qualitätsjournalist Günter Jauch, der wohl deutscheste aller Deutschen vor Scham im Marianengraben versinken sollte:

Liebe Redaktion von Günther Jauch. Yanis Varoufakis hat Unrecht. Ihr habt das Video nicht gefälscht. Ihr habt einfach das Video nur aus dem Zusammenhang gerissen und nen griechischen Politiker am Stinkefinger durchs Studio gezogen. Damit sich Muddi und Vaddi abends nach dem „Tatort“ nochmal schön aufregen können. „Der Ausländer! Raus aus Europa mit dem! Er ist arm und nimmt uns Deutschen das Geld weg. Das gibt’s ja wohl gar nicht. Wir sind hier die Chefs! So!“ Das habt ihr gemacht.

Und der Rest ist von uns.

Ach so, und nebenbei: hier wird hervorragend technisch demonstriert, zu welchen Manipulationen heute selbst ein mit mäßigen Resourcen ausgestattetes Studio in der Lage ist. Wir sollten das in Zukunft bei so Sachen wie „Videobeweisen“ berücksichtigen.

Dortmund, 150319_0011

B.

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Sir Terry Pratchett (1948 – 2015) – ein Nachruf (mit Fußnoten [1])

In Terry Pratchetts Scheibenwelt-Universum haben Hexen, Zauberer und Könige das Privileg, von TOD persönlich abgeholt zu werden.

Welches Privileg muss wohl dann der Schöpfer selbst haben? Wie muss man sich das vorstellen?

Vielleicht so, wie es sich auf Terrys eigenen Twitter-Account [2] darstellt:

AT LAST, SIR TERRY, WE MUST WALK TOGETHER. (tweet)

Terry took Death’s arm and followed him through the doors and on to the black desert under the endless night. (tweet)

The End. (tweet)

 

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Würde dich jemand vermissen? Wirklich? Wer? Und ab wann?

Ich höre gerade Steven Wilsons neues, erneut großartiges Werk „Hand.Cannot.Erase“ und muss feststellen, dass mich wohl schon lange kein Kunstwerk mehr so berührt hat. Die Musik ist erwartungsgemäß großartig – Steven Wilson ist für mich aktuell der relevanteste Musiker überhaupt, ein Gesamtkünstler, Allrounder, der seinesgleichen sucht. Melancholisch, ein perfekter Mix aus Rock-Instrumentarium, Elektronik und Ambient-Klängen gibt es wohl kaum einen Komponisten, der es schafft, moderne, atmosphärische Musik zu erschaffen, die nicht ins Pompöse, Orchestrale oder Prätentiöse überschwappt. Großes, anspruchsvolles Kopfkino des 21. Jahrhunderts, dargeboten von Meistern ihres Fachs (Adam Holzmans Moog-Solo in „Regret #9″ ist fantastisch, so wie ich mich auch immer über Nick Beggs Chapman Stick-Einsprengsel freue).

All das wäre mir wohl einen „Großartigkeit des Tages“-Eintrag wert, aber das hier soll in eine andere Richtung gehen.

Denn für mich persönlich ist es der Hintergrund dieses Konzeptalbums, der mich emotional mitnimmt. Denn Wilson bezieht sich auf einen realen Fall, der sich in London ereignet hat, und der mir schon einmal begegnet ist:

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Über „sinnlose Jobs“ und religiöse Verklärung von Arbeit

Hier möchte ich euch mal wieder einen Artikel zu einem meiner Lieblingsthemen ans Herz legen:

Sinnlose Jobs – wie Arbeit die Gesellschaft krank macht.

Im Grunde genommen fasst der Artikel recht kurz und knackig alles zusammen, was ich am Umgang unserer Gesellschaft mit Menschen und Arbeit kritisiere.

Einige besonders bemerkenswerten Sätze (von denen einige nicht vom Artikelautor selbst, sondern von dem ebenfalls großartigen Aufsatz On the Phenomenon of Bullshit Jobs“ stammen):

In unserer Gesellschaft scheint es eine allgemeine Regel zu geben, dass man um so schlechter bezahlt wird, je offensichtlicher die eigene Arbeit anderen Menschen nutzt.

und auf ein Gedankenexperiment, dem ich mich selbst immer wieder gerne hingebe, wenn ich mich mal wieder über unsere kranke Gesellschaft ärgere:

Was würde passieren, wenn diese gesamte Berufsgruppe einfach verschwinden würde?

Ich würde mir ja wirklich gern wünschen, dass – gerade in Deutschland, deren Bevölkerung sich mit einer bemerkenswerten Arroganz der protestantischen Arbeitsethik hingibt – mal mehr über den Sinn von Arbeit nachgedacht werden würde. Aber:

Weder im Kapitalismus, noch im Kommunismus fand eine Kritik der Arbeit selbst statt – und in beiden Systemen treten sinnlose Jobs in gleicher Weise auf, wenn auch aus anderen Gründen. Arbeit scheint etwas Unantastbares an sich zu haben – auch aufgrund dieses seltsamen moralischen Status der Arbeit, fällt eine deutliche Kritik offenbar schwer.

Sinnlose Arbeit ist in der Lage, Menschen in die Verzweiflung zu treiben, und doch hinterfragt dies kaum jemand:

In russischen Gefangenenlagern pflegte man Menschen dadurch zu brechen, dass sie 12-Stunden am Tag völlig sinnlose Arbeiten erledigen mussten – etwa Steine von einem Haufen auf den anderen und wieder zurück zu befördern. Während harte Arbeit allein die Menschen zwar erschöpfte, vermochte nur die offensichtliche Sinnlosigkeit des Tuns die Menschen wirklich zu zerrütten, wie man bald herausgefunden hatte. Es gibt wenig Furchtbareres für ein menschliches Wesen, als sein Leben mit etwas vollständig Sinnlosem zu verbringen.

Und doch tun es Millionen von uns, jeden Tag.

Natürlich gibt es durchaus Gruppen von Menschen, denen diese Sinnlosigkeitsfolter nutzt – nämlich zur Unterdrückung und Verdummung:

Die herrschende Klasse hat schnell erkannt, dass eine glückliche und produktive Bevölkerung mit einem Haufen Freizeit für sie eine tödliche Gefahr darstellt. Und die Idee, dass Arbeit an sich ein moralischer Wert zukommt, und dass jeder, der nicht bereit ist, sich für den Großteil seiner wachen Stunden irgendeiner Art von intensiver Arbeits-Disziplin zu unterziehen, auch nichts verdient, ist außerordentlich bequem für sie.

 

Abschließend muss ich fairerweise zugeben, dass ich selbst nicht 100%ig sicher bin, was den Wert meiner eigenen Arbeit angeht. Sicher kann ich nur sagen, dass er mir selbst Spaß macht, ich gut bezahlt werde und er mir genug Freiraum für ein Leben lässt. Wie meine „Wertebilanz“ für die Gesellschaft aussieht, kann ich irgendwie nicht wirklich abschätzen … ich „vernichte“ mit meiner Arbeit sicherlich vorher vorhandene Arbeitsplätze, die aber mit großer Wahrscheinlichkeit nur von dummen, dullen und nervenaufreibenden Aufgaben erzeugt wurden; gleichzeitig hoffe ich, dass mit den Produkten, die ich schaffe, Unternehmen in der Lage sind, bessere Geschäfte zu machen und ihren Mitarbeitern erlauben, sich auf die Dinge zu konzentrieren, die den Kunden der Unternehmen Wert und Freude bringen.

Aber wie würde die Welt aussehen, wenn niemand mehr meine Arbeit machen würde? Besser? Schlechter?

 

Dortmund, 150303_1920

B.

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Leonard Nimoy (1931 – 2015)

Leonard Nimoy war, und wird immer sein, unser Freund Spock.

Das kann und darf man nicht klein reden. Spock hat uns unser ganzes Nerd-Leben lang begleitet, und wird dies auch immer wieder tun. Welcher andere tragende „Held“ einer Geschichte der letzten 50 Jahre war Wissenschaftler, streng logisch, teilweise unmenschlich kalt und rational und eben dadurch uns immer wieder unsere Menschlichkeit wie einen Spiegel vorhaltend? Und immer mit seiner menschlichen Seite ringend? Es würde sehr vielen Menschen gut tun, sich gleich mehrere Seiten von Spock abzuschneiden.

Dies haben die Drehbuchautoren von Star Trek geschaffen, aber Leonard Nimoy hat diese Rolle verkörpert, wie vermutlich nur er es gekonnt hätte

Als Schauspieler kam er nie von dieser Rolle seines Lebens los. Ich möchte mir gar nicht vorstellen, was es für einen kreativen, schöpferischen Menschen bedeuten muss, sein gesamtes Leben auf eine einzige Facette reduziert zu werden – auch, wenn es bedeutet, gleichzeitig mit dieser Facette eine unsterbliche Ikone geschaffen zu haben. Nimoy selbst muss damit lange gehadert haben, um sich irgendwann resigniert damit abzufinden.

Auch aus diesem Grund möchte ich – augenzwinkernd – Leonard Nimoy für einer anderen bemerkenswerten künstlerischen Leistung würdigen:

Dortmund, 150227_2329

B.

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Bei den „Cryptowars 3.0″ geht es um nichts weniger als den Erhalt um die Demokratie

… sagt der CCC-Sprecher Frank Rieger in einem höchst lesenswerten Artikel bei Heise.de.

Ich würde mir wünschen, dass jeder, der über meinen Eintrag hier stolpert, sich ein paar Minuten Zeit nimmt, und diesen unaufgeregten, sachlichen und trotzdem sehr deutlichen und appellativen Text zu Herzen nimmt.

Ich selbst habe vorgestern erst einen sehr wütenden, verzweifelten, emotionalen Rant geschrieben, und freue mich deswegen durchaus darüber, dass es Menschen gibt, die die Angelegenheit nüchtern und geduldig angehen, dass es noch Menschen gibt, die offensichtlich noch an die Lernfähigkeit der Menschen und die Heilungsmöglichkeiten des Systems glaubt.

Ich will in Folge mal ein paar bemerkenswerte Stellen kommentieren:

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„Hier herrscht keine Freiheit, denn frei sein wollt ihr nicht“ – Die Apokalyptischen Reiter schreiben den Soundtrack für die deutschen Freiheitsfeinde

Ich hatte letzte Nacht einen Traum. Er hatte mit einem Song zu tun, den ich gerade erst entdeckt hatte.

Habt ihr Angst vor der Freiheit, weil sie etwas verlangt?
Hat euch die Angst auf ewig zu Sklaverei verdammt?
Ihr verehrt die Kette, die euch täglich verführt
Und wollt andere noch ketten, damit auch ihr mal führt

Mein Traum war düster und gewalthaltig.

Ich lebte in einer Welt, in der jeder dumme, feige deutsche Bürger, der jederzeit bereit ist, jedes bisschen Freiheit für hohle Versprechen von Sicherheit zu opfern, es am eigenen Leib zu spüren bekommt, wie es ist, Freiheit zu verschenken.

Hier herrscht keine Freiheit,
denn frei sein wollt ihr nicht
Es mangelt an Gleichheit,
doch gleich sein wollt ihr nicht

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